KV Oberallgäu-Kempten-Lindau

13.01.2017 Kommentar zum Vortrag von Peter Boehringer

Ich weiß, dass ich Nichts weiß.



So, oder so ähnlich, ging es mir gestern Abend beim Vortrag von Peter Boehringer.

Da hat man sich leidlich durch die Mathestunden auf der Schule gekämpft, spricht mit diversen Vertretern der Banken über seine mehr oder weniger vorhandenen Finanzen, wühlt sich regelmäßig durch die Unterlagen fürs Finanzamt und teilt sein Haushaltsgeld so ein, dass man eben über die Runden kommt. Wenn dann neben Arbeit, Regelung des Alltags und ein bischen Freizeit noch ein wenig Zeit übrig bleiben sollte, ja dann nimmt man auch mal eine Finanzzeitschrift zur Hand und liest so manchen Artikel über Weltwirtschaft, den Euro und diverse Anlagemöglichkeiten.

Und jetzt? Alles für die Katz! Nicht mal ansatzweise habe ich mitbekommen wie verworren, kompliziert und verdorben, ja in höchstem Maße unmoralisch und verkommen die Welt unserer führenden Finanzvertreter geworden ist. Das heißt, irgendwie geahnt habe ich das schon, irgendwie hat mein Bauch gefühlt, dass da was nicht stimmen kann. Aber ich wollte ja nicht ‚postfaktisch‘ sein. Muss ich jetzt auch nicht mehr. Nach dem Vortrag von Peter Boehringer weiß ich jetzt, dass die Finanzwelt zum Himmel stinkt. Das Problem ist, erkennen und durchdringen können das nur Fachleute. Also nicht irgendwelche selbst ernannten ‚Experten‘, sondern wirkliche Fachleute, die sich jahre- oder sogar jahrzehntelang mit diesem Thema befasst haben, so wie Peter Boehringer.

Die (Finanz)Welt ist kompliziert geworden, naja einfach war sie noch nie, aber eben noch komplexer. Da frage ich mich schon warum so vernünftige Forderungen, wie seinerzeit die von Friedrich Merz: „Die Steuererklärung muss auf einen Bierdeckel passen.“ nicht zum Zuge kommen.  Erinnern Sie sich noch? Das ist ja nur ein Beispiel von vielen. Hätten wir dann zu viel Zeit übrig uns um wichtigere Dinge zu kümmern? Mehr Zeit um Vorgänge zu hinterfragen?

Ich seh‘ schon es werden noch anstrengende Zeiten auf uns zukommen. Zeiten, in denen wir uns trotz immer knapper werdender Freizeit dringend um eben all das Wissen kümmern müssen, das wir jahrelang sträflich vernachlässigt haben. Wir haben es vernachlässigt, weil man uns immer eingehämmert hat: „Was wollt Ihr denn, es geht Euch doch gut!“ Wir (da oben) regeln das für Euch. Irgendwie ist das auch so. Wir haben ‚Brot und Spiele‘…

Fazit: Dringend immer wieder die Gelegenheit nutzen und entsprechende Vorträge besuchen, denn Einer alleine kann unmöglich das gesamte Wissen selbst erarbeiten. Vorträge, wie den von Peter Boehringer, in denen das über jahrzehnte gesammelte Wissen in einer kostbaren Essenz weitergegeben werden.

Michaela Schuster