KV Oberallgäu-Kempten-Lindau

Hebammen rentieren sich nicht - Also weg damit?


Michaela Schuster, 2. stv. Vorsitzende AfD Kreisverband Oberallgäu-Kempten-Lindau


So könnte man die aktuelle Lage der Hebammen beschreiben.

Denn die wirtschaftliche Situation von Hebammen verschlechtert sich seit Jahren kontinuierlich und dramatisch. Viele haben ihren Beruf inzwischen aufgegeben, weil sie damit einfach nicht mehr genug verdienen können. Direktkandidat Peter Felser hat Anfang des Jahres bereits darauf hingewiesen, dass das zu einem großen Teil auch an der gesetzlich notwendigen, viel zu teuren Versicherung liegt. Und jetzt sollen sich für Beleghebammen - also solche, die nicht in Krankenhäusern festangestellt sind, sondern Schwangere über einen längeren Zeitraum vor, während und nach der Geburt begleiten - die Bedingungen noch einmal verschlechtern.

Gleichzeitig schließen immer mehr Geburtsstationen, weil sich das für die Krankenhäuser eben auch nicht mehr rentiert. Schwangere in ländlichen Gebieten müssen immer weitere Strecken fahren, um medizinisch versorgt zu werden. Manchmal kommt das in die Schlagzeilen wie bei der Schließung des Kreißsaals auf der Insel Föhr, die zur Folge hatte, dass Schwangere nun zwei Wochen vor Geburtstermin aufs Festland umziehen müssen. Aber meistens wird das nur mit einem Schulterzucken ignoriert. Getan wird nämlich seit Jahren nichts.

Im verlinkten Text hat Teresa Bücker das alles inklusive der aktuell drohenden Verschlechterungen noch einmal aufgeschrieben. Und schließt mit den überaus zutreffenden Worten:

 „Der aktuelle Stellenwert der Geburtshilfe in Deutschland ist unserer Idee eines fortschrittlichen, gleichberechtigten Landes mit einer hervorragenden medizinischen Versorgung, die sich an Erfahrungen und Bedürfnissen von Eltern orientiert und nicht an einer knappen Kalkulation, nicht angemessen. Die Ökonomisierung der Geburtshilfe ist frauenfeindlich und gesundheitsgefährdend – mit weitreichenden Folgen auf Mütter, Kinder und Familien. Wenn ein Land so überschwänglich an der Geburtshilfe spart, kann man nur annehmen, dass es tatsächlich aussterben möchte.“

1:1-Betreuung bei der Geburt sei „Luxus“
Krankenkassen schaffen das wohnortnahe Angebot für Schwangere ab